Posaunenchor 1950 Bracht
Posaunenchor      1950    Bracht

Chronik des Posaunenchores Bracht - Teil VI

Nach dem Rücktritt von Heinz Müller übernahm der junge Dirigent Karsten Dittmar aus Goßfelden am Jahresanfang 1997 den Chor und die Ausbildung des Nachwuchses. Er brachte auch gleich seine musikalische Schwester Christine mit, die nicht nur ihrem Waldhorn bis dahin ungeahnt tolle Klänge entlockte, sondern sich auch sofort heimisch fühlte und ihren Bruder auch als Chorleiterin vertreten kann. Was sich ab diesem Zeitpunkt in der Chorarbeit entwickelte, hätten sowohl alte Hasen als auch junge Dachse nicht für möglich gehalten. Mit vorbildlichem Einsatz und seiner Art, sowohl die ältere Bläsergeneration als auch die Jugendlichen anzusprechen, ja mitzureißen, gab er dem Posaunenchor Bracht neues Selbstvertrauen in die eigene Leistung. Die Übungsabende werden fast vollzählig besucht, es melden sich mehr Anfänger als aufgenommen werden können und selbst über 40jährige wagen die ersten bläserischen Schritte. Es werden Satzproben eingeführt, Schlagzeuger herangezogen und Karsten setzt dem Chor immer wieder neue Ziele, die vor kurzem noch unerreichbar erschienen. Man festigte die choralen Titel, pflegte die Volksmusik und wagte sich auch an moderne Poparrangements heran (z.B. „Heal the world” von Michael Jackson). Frühlingskonzerte mit den befreundeten Vereinen aus Erksdorf und Goßfelden, Umrahmung von Hof- und Dorffesten,
Jubiläumsständchen sowie die Weihnachtskonzerte in den Kirchen Bracht und Rosenthal
wechselten einander ab.

 

Karsten Dittmar legte zunächst sehr viel Wert auf Blastechnik und Präzision und versuchte damit, das Klangbild positiv zu beeinflussen. Er führte eine neue Sitzordnung ein und stellte im April eine Erwachsenen-Anfängergruppe zusammen. Die bestehenden Anfängergruppen aus 1993 bzw. 1996 wurden vereinigt und einzelne Bläserinnen und Bläser wenig später in den Hauptchor integriert. Es bildete sich die sogenannte Donnerstagsgruppe, in der überwiegend jugendliche Bläser u.a. neues, modernes Liedgut testen, einstudieren und die Gemeinschaft pflegen.

 

Höhepunkte des Jahres waren ohne Zweifel die Weihnachtskonzerte in den evangelischen Kirchen von Bracht und Rosenthal, die überaus gut besucht waren und im Anschluß Bläser und Zuhörer im Martin-Luther-Haus bei Glühwein und Plätzchen zusammenführten. Erstmals kamen Kesselpauken und Glockenspiel zum Einsatz und vor allem das „Große Halleluja” von Händel und zum Abschluß „Time to say good bye” rissen die Besucher zu Beifallsstürmen hin. Die in diesem Jahr angeschaffte einheitliche Kleidung mit schwarzer Hose, weinroter Weste und dunkler Schleife zum weißen Hemd kam im Glanze des Weihnachtslichtes besonders gut zur Geltung.

 

Im April des Jahres 1998 wurden alte Beziehungen zum Bläserchor Schönstadt wieder aufgefrischt. Beim gemeinsamen Auftritt in der Schönstädter Mehrzweckhalle klappte alles wie am Schnürchen und viele fremde Zuhörer staunten über die Weiterentwicklung des Brachter Posaunenchores.

 

 

Den Sommer nutzte man, um mehrere Marschproben durchzuführen, die sowohl für die Jungbläser als auch für Chorleiter Dittmar Neuland darstellten. Dabei ließ man sich auch nicht von Regen, Wind und den fragenden Blicken der Brachter

abhalten: Hatte der Chor doch mit dem Herbstkonzert in Rosenthal, bei dem zum Auftakt einmarschiert werden sollte, ein neues Ziel vor Augen. Da in Bracht keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen (Mehrzweckhalle!!!), wurden die Sport- und Kulturhalle in Rosenthal angemietet und die Posaunenchöre Erksdorf und Goßfelden sowie die Damen und Herren des MGV Bracht als weitere Mitwirkende eingeladen. Zur intensiven Vorbereitung nutzte man ein Bläserwochenende auf dem Hohen Meißner, wo in drei Gruppen und mit ebenso vielen Chorleitern an einzelnen Stücken geübt und gefeilt wurde. Diese Veranstaltung förderte auch besonders stark die Gemeinschaft zwischen Jung und Alt und gab dem Chor den nötigen Schub und die Sicherheit, in dem bevorstehenden Konzert, erstmals als Veranstalter, auch bläserisch mithalten zu können. Daß dieses gelang, bestätigte der Beifall von über 400 zufriedenen
Besuchern, darunter auch Gästen aus der Partnergemeinde Behnsdorf. Besondere Erwähnung
verdient der erstmalige Einsatz von Saxophon und Percussion (Rassel und Schelle) sowie der gelungene erste große Auftritt der Anfängergruppe.

 

Das Jahr 1999 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches, nämlich einen Tonträger zu bespielen. Die Compakt-Disk (CD) sollte zum Jubiläumsjahr 2000 zur Verfügung stehen und gemeinsam mit der Festschrift, welche die Chronik des Posaunenchores 1950 Bracht beinhaltet, allen Mitgliedern, aber auch der interessierten Öffentlichkeit, zur Verfügung gestellt werden. Inhaltlich will man die musikalische Entwicklung des Chores über fünf Jahrzehnte von der Kirchenmusik über Volksweisen bis zu modernen Poparrangements darstellen. In unzähligen gemeinsamen Übungsabenden und Satzproben wurden die Grundlagen für zwanzig Titel erarbeitet. Der Feinschliff erfolgte bei einer weiteren Bläserfreizeit im November, diesmal in Bad Endbach-Hartenrod. Bereits zu Beginn des Jahres wurde für dieses Ziel die Sitzordnung bei den Proben im Martin-Luther-Haus erneut geändert.

 

Außerdem waren einige Mitglieder mit der Ausarbeitung eines neuen Erscheinungsbildes des Chores, unter der Aussage „FÜR einANDERe DA”, beschäftigt.

 

Als weiterer Höhepunkt kann die Teilnahme am Festzug bei einer der größten Veranstaltungen im Kreis Marburg, der Neustädter Trinitatiskirmes, angesehen werden. Hier machten sich die guten Marschproben des vergangenen Jahres bemerkbar, und man konnte bei großer Hitze das Programm unter den Augen von vielen tausend Zuhörern voll durchziehen.

 

Daß der Chor auch weiterhin kein Nachwuchsproblem bekommt zeichnet sich seit dem Frühjahr diesen Jahrs ab: Zwei Nachwuchsgruppen, bestehend aus dreizehn Blechbläsern und fünf Saxophonisten, bereichern die Bläserzahl. Erfreulich daß Stephanie Göbeler (Saxophon), Nicole Aillaud, Christine Gonswa, Wolfgang Schleich und Markus Weichsel (Blech) Chorleiter Karsten
Dittmar bei der Ausbildung unterstützen.

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